Der Vogel kann nicht schlafen 3

Zugewandt-Sein zum Andersartigen ins Bild gebracht

eine fortlaufende Serie

* Der Vogel kann nicht schlafen 1, eine Partitur für 3 Musiker:innen und eine Performerin
* Der Vogel kann nicht schlafen 2, eine unfertige Installation mit diversen Materialien
* Der Vogel kann nicht schlafen 3, zwei Bildarbeiten

Ausgangslage und Vorlage

Im Lockdown, im März 2020, war ich viel im Wald. Einmal habe ich die knallgrüne Silhouette eines Vogels auf einen Baum gesprayt gesehen. Knallig grün, klein, sah er aus, fragil, denn ich war weit weg, aber geleuchtet hat er. Eine Nachricht? Auf alle Fälle, der Vogel hat sich bei mir einge­brannt, eine Initial-Zündung ausgelöst:

«… gehe durch den Wald … ein Vogel, in giftgrüner Farbe auf einen Baumstamm gesprayt, springt in meine Netzhaut … dann kommt der Satz DER VOGEL KANN NICHT (MEHR) SCHLAFEN, den ich vor langer Zeit geschrieben hatte, in meine Hände … von da an wende ich mich Ungleichem wie Bäumen zu … wir prakti­zieren zusammen Anders­ar­tigkeit im Zugetan-Sein … tauschen über Haut und Baumrinde genetische Infor­ma­tionen aus … holen zusammen das Fiktive her, um Reales zu beschreiben …»

Eine partielle Verbindung mit Bäumen. Wer stützt wen, die Bäume mich oder ich sie? Wie kann ich sie stützen? Umstürzen von Rollen? Körper­lichkeit mit Bäumen? Die gegen­seitige Berührung, diese momentane Verbindung könnte einen Mehrwert schaffen, eine Verbindung, die ernst­hafter und leichter Natur ist. Es könnten über die Haut, über die Rinde genetische Infor­ma­tionen lateral weiter­gegeben werden (im Sinne von D. Haraway, hier persönlich spekuliert). Symbio­genese: Ein allgemein bekanntes Beispiel für Symbio­genese sind die Flechten als Zusam­men­schlüsse zwischen Pilzen und Grünalgen bzw. Cyano­bak­terien. Symbiose biologisch definiert ist das Zusam­menleben artver­schiedener Organismen, wobei beide Partner:innen einen Nutzen erzielen. Was wäre hier mein Nutzen, was ist der Nutzen für diesen Baum?