(aus)schwärmen

Intervention auf dem Helvetiaplatz Zürich

Score Regelwerk

Ein Experiment, das der jetztigen gesellschaftlichen Situation im öffentlichen Raum entspringt. Ein entspanntes Regelwerk zum (aus)schwärmen in Covid-Zeiten, das sich beim Abstandhalten an der Schwarm-Choreografie von Vögeln orientiert. Eine 'open-source-Anlage', die offen lässt, was jetzt geschieht und weiter in der Zukunft möglich ist.

* Partitur-Grundregel
– während den ganzen 45 Minuten bewegen wir uns nach den Prinzipien des Schwarms
– wir orientieren uns immer an den 4 Mit-Schwärmer*innen der eigenen Gruppe
– Mindestabstand zwischen einander ca. 2 Armlängen (d.h. der Abstand, der sich ergibt, wenn alle die Arme horizontal ausgestreckt haben)
– wir bewegen uns als ein Organismus in der gleichen Richtung, lassen uns voneinander in Bewegungsart und Tempo beeinflussen, wobei wir einander nicht 1:1 imitieren müssen, jede*r hat ihre*seine persönliche Bewegungsnote, wobei wir uns "im Auge behalten" und "durch die Haut aufeinander hören"

* in den ersten 15 Min. (grosse Uhr auf dem Platz) ’nur’ Gehen (ohne zu sprechen)
– in der Gruppe auf den Platz gehen, ruhig stehen und einander ansehen
– dann gehen, den Mindestabstand immer beibehalten, wenn möglich nicht grösser werden lassen, also in einer eher kompakten Gruppe bleiben
– Schrittkombinationen sind nach einer Weile möglich und das Tempo kann variieren (von sehr langsam bis etwas schnellem Gehen)
– der gesamte Platz kann ausgenützt werden

* nach 15 Min. können dazukommen
– Stehen-Bleiben / Sitzen / Liegen / …
– der Abstand zwischen euch kann grösser werden als der Mindestabstand, trotzdem den Kontakt behalten
– Tempovariation von langsamem Gehen, langsamen Schrittkombinationen bis Rennen sind möglich
– es ist möglich mit den anderen Gruppen einen Schwarm zu bilden, wichtig dabei ist, mit der eigenen Gruppe verbunden zu bleiben

Schwärmer:innen

Georg Aerni, Regula Bearth, Maya Bringolf, Sabine Henn, Michelle Bürkel, Ida Dober, Tanja Kalt, Natalie Madani, Regula Michel, Steff Renner, Beat de Roche, Dorothea Rust, Susanne Sauter, Vreni Spieser, Eva Wandeler.

Kunsthaus Aussersihl

Der Verein Kunsthaus Aussersihl nutzt Räume in Zürich für künstlerische Produktion, vielfältige Präsentation und lebendige Diskussion.
Er besteht seit 14 Jahren und steht für konstruktiven Aktivismus in der Zürcher Kunstszene. Er nutzt den öffentlichen Raum und Kulturlokalitäten in Zürich für künstlerische Produktion,vielfältige Präsentation und lebendige Diskussion. Das Kunsthaus Aussersihl, ursprünglich geplant als Institution am Helvetiaplatz, bleibt Vision, Sinnbild, und lebt nomadisch weiter.