Anna VII — una Lección de Español
Performance Intervention
* Schlussfoto mit allen Performer:innen am E.P.I III Lota, Foto © Mario Morena Krauss *
Mein Schlussbericht zum BA C und E.P.I. Festival 2012
Das BA C und E.P.I Festival findet zur Stärkung des internationalen Austausches und der Position der Künstler:innen hier in Chile statt. In Santiago findet das wichtige internationale Festival DEFORMES, an dem ich 2008 teilgenommen hatte, biennal statt. Das Anliegen, auch abseits der grossen Zentren, Räume und Zugang zu Performance zu schaffen und der Umstand, dass chilenische Künstler:innen Einladungen an andere (z. B. europäischen) Festivals oft nicht annehmen können, weil sie keine staatliche oder privaten Unterstützungen für ihre Reise bekommen, sind mitunter ein Grund, Künstler:innen aus anderen südamerikanischen Ländern und anderen Kontinenten einzuladen. Die Organisation hierfür wird mit Fronarbeit geleistet. All das generiert nicht nur Zusammenhalt, sondern schafft auch einen starken
Impetus, gesellschaftliche, historische und lokale Bezüge in den Performances zu reflektieren. Aus den täglich stattfindenden Diskussionen, aus Vorträgen und Artikeln (z. B. «Performance, El Cuerpo en Subversion» in «Bufé, Magazin de Cultura» www.bufemagazin.cl) zu Performance Kunst und über die beiden Festivals ist zu lesen, dass die südamerikanischen Performancekünstler:innen viel von der 'Kunst des Körpers' sprechen: «El Cuerpo hablá“» Es gelte einen neuen Körper zu schaffen, den Körper wieder neu zu erfinden, ihn mittels der Performance wieder herzustellen: «Performance es testimonial and not conceptual» und «acto de meditation».
Ich stelle Unterschiede nicht nur in der Herangehensweise sondern auch in der Auslegung des Performancebegriffs fest. Ich meine, dass unsere unterschiedlichen Lebensräume und –bedingungen das mit sich bringen. Für mich ist nicht sosehr 'Körper' das Thema, sondern
vielmehr wie wir mit Raum umgehen. Eine Erklärung mag sein, dass die Schweiz in allen Bereichen professionalisiert und der
Raum rar und teuer ist, als auch meine Vergangenheit und 'Intoxikation' mit Postmodernem Tanz, was auf den konzeptuellen Ansatz in meiner Arbeit hinweist. Zu diesen Differenzen haben sich interessante Gespräche mit Künstler:innen ergeben, die noch nicht abgeschlossen sind, die erst ihren Anfang gefunden haben. Diskussion und Austausch gehen weiter per email und facebook. Nur wenige Künstler:innen sprechen fliessend Englisch, so dass Spanischkenntnisse, wenn man sich in die Diskussionen einbringen will, unumgänglich sind.
Alvaro Pereda und die Künstler:innen in Lota sagten mir, dass meine Beteiligung und die der anderen Künstler:innen aus dem Ausland und
aus anderen Kontinenten sehr wichtig gewesen sei, weil das 'Auftreten' dieser Kunstform in eher provinziellen Räumen noch immer neu ist, und sie diese Unterstützung unbedingt brauchen würden. Die Künstler:innen sind an Austausch interessiert und pflegen ihn per Internet (vor allem Facebook) rege.
Die Künstler in Lota leben in einer ländlichen-industriellen Gesellschaft, die sich in starker Transformation befindet. Lota ist immer noch arm, weil in den 90er Jahren von einem Tag auf den anderen die Kohle-Minen geschlossen wurden. Die Stadt und Region ist dabei, sich mit Hilfe des Staates für den Tourismus aufzubereiten und sich eine neue Identität zu schaffen und dabei ihre Minenvergangenheit, die in
vielen Bereichen noch omni-präsent ist, hinter sich zu lassen.
Die Performances haben nicht nur ein spezifisches ¿Performance- und Kulturpublikum' generiert, wie das an (grossen) Festivals üblich ist. In
Lota haben uns die ganze Woche nebst anderem Publikum die gleichen Student:innen des «Colegio Padre Marwel Dalzon» begleitet. Und es kann gesagt werden, die Performances sind auch und vor allem 'zu den Leuten gegangen', haben sie doch mehrheitlich im öffentlichen Raum, mitten im alltäglichen Leben stattgefunden, was zu Begegnungen mit Kindern und ihren Müttern, mit Pensionierten, Studierenden, Arbeitslosen geführt hat.
Schlussbericht zum BA C und E.P.I. ... Schlussbericht mit Bildseiten
Publikation
- Digitales Buch zu den beiden Festivals
- E.P.I. III ENCUENTRO INDEPENDIENTE DE PERFORMANCE INTERNACIONAL, LOTA CHILE 2012
von ALPERoA (Alvaro Pereda Roa) Concepcion Chile, Publikation in Spanish über das Festival E.P.I. Encuentro Independiente de Performance Internacional Lota, Chile 2012, hg. ALPERO (Álvaro Pereda Roa) - aus der Publikation, Nacherzählung meiner Performance
Viernes 28 de septiembre, Dorothea Rust, Suiza, Lugar: Parque de Lota, Inicio: 17.08 horas